Gustav Srch

Drehergehilfe. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1904    † 1943

 

Lebenslauf

Gustav Srch wurde am 26.1.1904 in Wien geboren. Er arbeitete als Drehergehilfe. Von 1918 - 1925 war er Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich. 1918 schloß er sich der Gewerkschaft der Metallarbeiter an. 1938 arbeitete er in der Firma Alfa. Er war verheiratet.

Tätigkeit für den illegalen Literaturapparat der KPÖ, 3 1/2 Monate Haft

1931 trat Gustav Srch der KPÖ bei. Er agierte für den illegalen Literaturapparat und wurde hierfür zu 3½ Monaten Haft verurteilt. Danach führte er Provinzarbeit durch.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 6. 2. 1941wurde Gustav Srch verhaftet und am 23. 9. 1942 gemeinsam mit Margarete Jost, Theodor Gindra, Theodor Pawlin und Rudolf Spulka (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 15.1.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Seit dem Fritzsche mit Gustav Srch bekannt war, kam er öfters in die Wohnung der Eheleute Srch, führte die Engler dort ein und traf hier auch mit der Jost und Gindra zusammen. Im Sommer 1940 forderte er die Angeklagte Srch zur Mitarbeit für die KPÖ auf (…) Zu Weihnachten 1940 wurde Therese Srch von Fritzsche ersucht, von der Engler ein Paket mit einem Vervielfältigungsapparat zu übernehmen und bei Spulka zu hinterlegen. Sie kam dem Ersuchen nach. Nachdem Gustav Srch den Fritzsche mitgeteilt hatte, dass die Vorbereitungen für die Arbeiten erledigt seien, händigte ihm dieser im November 1940 bei zwei Zusammenkünften den Entwurf der Druckschrift »Weg und Ziel«, Nr. 6 sowie noch einen weiteren Entwurf aus, an dessen Inhalt sich Srch nicht mehr erinnern kann.“

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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